STI

STI steht für „sexually transmitted infections“, also sexuell übertragbare Infektionen. Die wichtigsten Informationen zu den häufigsten STIs haben wir auf dieser Seite zusammengefasst.

Chlamydien

Eine Chlamydien-Infektion wird durch Bakterien herbeigeführt und zählt zu den häufigsten STIs. Die Krankheit wird entweder durch vaginalen oder analen, sowie oralen Geschlechtsverkehr übertragen, wenn kein Kondom verwendet wird. Auch über die Hände und über Sexspielzeug können Chlamydien übertragen werden.

Die Bakterien verursachen Entzündungen an Schleimhäuten, am häufigsten in der Harnröhre, in der Scheide sowie im Enddarm und Analbereich, auch im Mund- und Rachenraum können sie auftreten.

Das Risiko einer HIV-Übertragung ist bei einer Chlamydien-Infektion erhöht, da die entzündeten Schleimhäute und die Entzündungssekrete besonders viele Viren enthalten und HIV durch Entzündungen besonders leicht den Weg in den menschlichen Körper findet.

Da es sich bei Chlamydien um eine bakterielle Infektion handelt, kann diese durch Antibiotika geheilt werden.

Um eine Infektion früh zu erkennen, sollten sich Menschen mit häufig wechselnden Sexpartner*innen regelmäßig auf Chlamydien untersuchen lassen. Auch Ihr*e Partner*in sollte sich untersuchen lassen.

Da es meist keine oder nur leichte Krankheitszeichen gibt, sollten Sie auf folgende Anzeichen achten:

  • Ausfluss aus der Scheide, dem Penis oder Po
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Unterleib
  • Schmerzen nach Sex
  • Halsschmerzen nach Oralsex

Gonorrhöe (Tripper)

Gonorrhöe wird durch Bakterien verursacht und tritt in Europa besonders bei jungen Erwachsenen und vor allem bei Männern auf, die Sex mit Männern haben. Eine Ansteckung ist durch vaginalen oder analen, sowie oralen Geschlechtsverkehr möglich, wenn kein Kondom verwendet wird. Selten auch über die Hände oder Sexspielzeug, welches mit Ausfluss in Berührung gekommen ist.

Sie können alle Schleimhäute befallen, typischerweise die Harnröhre, aber auch den Enddarm und den Mund- und Rachenraum.

Ein Tripper erhöht das Risiko einer HIV-Übertragung. Bei unbehandelten HIV-Positiven enthalten die entzündeten Schleimhäute besonders viele Viren. Das gleiche gilt für die Flüssigkeiten, die diese Schleimhäute absondern. Bei HIV-Negativen erleichtert die Entzündung dem Virus den Eintritt in den Körper.

Da es sich um eine bakterielle Infektion handelt, kann diese durch Antibiotika geheilt werden. Auch Ihr Partner sollte sich von einem Arzt untersuchen lassen.

Anzeichen für eine Gonorrhöe können sein:

  • Ausfluss aus der Scheide, dem Penis oder Po
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Unterleib
  • Schmerzen nach Sex
  • Halsschmerzen nach Oralsex
  • Unregelmäßige Menstruation oder Zwischenblutungen

Bei der Infektion anderer Schleimhäute kann der Tripper leicht übersehen werden: Wenn die Krankheitszeichen zum Beispiel im Rachenraum auftreten, verwechselt man sie leicht mit einer Erkältung. Auch bei einer Infektion des Enddarms wird der Tripper meist nicht erkannt.

Wichtig: Auch wenn die Beschwerden wieder zurückgehen, kann ein unbehandelter Tripper sich weiter im Körper ausbreiten und Folgen bis hin zu Unfruchtbarkeit verursachen.

 

Syphilis

Die bakterielle Syphilis-Infektion verläuft, wenn sie nicht behandelt wird, in drei Stadien. Die Krankheit wird entweder durch vaginalen oder analen, sowie oralen Geschlechtsverkehr übertragen, wenn kein Kondom verwendet wird. Auch durch Kontakt mit Syphilis-Geschwüren und Ausschlag kann man sich anstecken (bei Geschwüren im Mundraum sogar über einen Zungenkuss). Eine Ansteckung ist ebenso über Blut und Blutreste an benutzten Spritzen und Nadeln möglich. Zudem besteht das Risiko, dass ein Kind während der Schwangerschaft von seiner Mutter angesteckt werden kann.

Bei einer frühzeitigen Antibiotikabehandlung heilt Syphilis vollständig aus. Auch die Syphilis in einem späteren Stadium ist heilbar. Allerdings klingen bereits verursachte Schädigungen an Organen nicht ab. In jedem Fall sollte auch Ihr*e Partner*in einen Arzt aufsuchen.

Bei Menschen mit HIV schreitet die Krankheit oft schneller voran. Bei ihnen bricht die Krankheit auch häufiger wieder aus, obwohl sie Medikamente dagegen erhalten haben. Außerdem fällt der Bluttest auf Syphilis bei Menschen mit HIV manchmal negativ aus, obwohl eine Infektion vorliegt.

Nach einer Syphilis-Therapie muss bei HIV-Positiven noch regelmäßig ein Bluttest durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Syphilis wirklich dauerhaft erfolgreich therapiert wurde und nicht wiederauftritt.

Syphilisinfektionen werden von der Praxis beziehungsweise dem Labor, in der sie festgestellt werden, an das Robert-Koch-Institut gemeldet, das die Verbreitung von Infektionskrankheiten in Deutschland überwacht. Der Name der Patientin/des Patienten wird dabei aber nicht genannt.

Die Anzeichen verändern sich während des Krankheitsverlaufs und bleiben manchmal gänzlich unbemerkt und klingen von allein wieder ab. Krankheitszeichen können sein:

  • Knoten oder Geschwüre, die nicht schmerzen
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Hautausschlag (rote Flecken) und Belag auf der Zunge (nach etwa 2 Monaten)
  • Fieber,  Kopf- und Gelenkschmerzen (nach etwa 2 Monaten)

Wurde die Syphilis nicht erkannt, kommt es (oft erst nach mehreren Jahren) zur dritten Phase der Krankheit. In dieser Phase treten überall am Körper Geschwüre auf. Auch die Organe und das Nervensystem können geschädigt werden – bis hin zu Taubheit, Blindheit und geistigem Verfall.

Hepatitis A, B, C

Hepatitis ist eine Leberentzündung und kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel Viren und Bakterien, sowie Alkohol und andere Drogen, beispielsweise bei Benutzung einer bereits genutzten Spritze einer anderen Person. Die häufigsten Ansteckungswege sind der Verzehr von mit Kotspuren verunreinigte Nahrungsmittel oder Trinkwasser. Bei Sexualkontakten kann man sich bei oral-analen Praktiken oder beim Sex ohne Kondom anstecken.

Während Hepatitis A von alleine wieder abheilt, können Hepatitis B und C chronisch werden. Wenn sie nicht behandelt werden, können sie auf lange Sicht schwere gesundheitliche Folgen haben und auch lebensbedrohlich werden. Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen.

Oftmals gibt es keine Krankheitszeichen. Allerdings können Anzeichen für eine Hepatitis sein:

  • Manchmal grippeähnliche Symptome
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bei einigen Menschen Gelbfärbung der Haut und der Bindehaut des Auges
  • Jucken
  • Brauner Urin, heller Stuhl (Hepatitis A)

Herpes

Herpes ist eine Virus-Infektion, die nach der Ansteckung auch nach Abheilung der Symptome im Körper verbleibt. Die Beschwerden können dann jederzeit bei z.B. Stress oder geschwächten Abwehrkräften erneut auftreten.

Anstecken kann man sich durch Vaginal-, Anal- und Oralsex. Zudem ist eine Ansteckung über den Kontakt mit Bläschen und Geschwüren möglich. Bei Herpes am Mund sogar über das Küssen.

Mögliche Anzeichen einer Herpes-Infektion:

  • Bläschen und Geschwüre an Mund, Penis, Vagina oder Po
  • Die Bläschen jucken, brennen und schmerzen
  • Manchmal Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen

HPV / Feigwarzen

HPV (Humane Papillomviren) unterscheiden sich in Hochrisiko-Viren und Niedrigrisiko-Viren. Bei einer Ansteckung mit Hochrisiko-Viren gibt es meist keine Beschwerden. Die Viren können allerdings Krebsvorstufen verursachen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Frauen sollten deshalb einmal im Jahr zur Krebsvorsorge bei ihrem Frauenarzt bzw. Frauenärztin vorstellig werden. Gegen HPV kann man sich impfen lassen. Für Mädchen im Alter von 9- 14 Jahren zahlt die Krankenkasse die Impfung. Für Jungen werden die Kosten von 500 Euro im Normalfall nicht übernommen.

Bei einer Ansteckung mit Niedrigrisiko-Viren können Feigwarzen an Penis, Vagina und Po enstehen, die nicht schmerzen, jedoch beim Sex Schmerzen verursachen können.

Mit HPV kann sich über Vaginal- und Analsex ohne Kondom und bei Berührung von Feigwarzen anstecken.

Pilze (Candidose)

Pilzerkrankungen entstehen in den meisten Fällen wenn das Immunsystem geschwächt ist oder auch durch Einnahme bestimmter Medikamente. Selten ist eine Ansteckung auch durch ungeschützten Vaginalsex möglich. Vor einer Ansteckung beim Sex kann man sich mit Kondomen schützen. Wenn man Candidose hat, erfolgt eine Behandlung mit Salben, Zäpfchen oder Tabletten.

Mögliche Krankheitszeichen können sein:

  • Ausfluss aus der Scheide
  • Rote Haut
  • Starkes Jucken und Brennen an den Geschlechtsteilen

Trichomonaden

Mit Trichomonaden steckt man sich meistens beim ungeschützten Anal- oder Vaginalsex an. Allerdings ist eine Ansteckung durchaus auch über feuchte Gegenstände (Handtücher, Sexspielzeug) möglich, die zuvor von einer anderen Person benutzt wurden. Ausgelöst wird die Trichomonaden-Infektion durch den Parasiten Trichomonas vaginalis – ein einzelliges Geißeltierchen, das zu den sogenannten Protozoen (Urtierchen) gehört. Männer sind nicht so oft betroffen wie Frauen.

Besteht der Verdacht einer Infektion, so sollten Sie zum Arzt gehen, der eine eindeutige Diagnose stellen kann. Trichomonaden heilen mit der Einnahme von Tabletten vollständig aus. Im Regelfall sollten Sie bis zum Ende keinen Sex haben. Fragen Sie dazu Ihren Arzt. Zudem sollte sich auch Ihr*e Partner*in untersuchen und sich im Falle einer Infektion behandeln lassen.

Anzeichen für Trichomonaden können sein:

  • Ausfluss
  • Juckreiz
  • Brennen beim Urinieren
  • Bei Männern treten häufig keine Beschwerden auf

Filzläuse, Milben (Krätze)

Filzläuse werden durch engen Körperkontakt, oder bei Kontakt mit kontaminierter Bettwäsche oder Kleider übertragen. Die Filzläuse setzen sich besonders im behaarten Genital- und Analbereich fest, können sich aber auch unter den Achseln, oder dem männlichen Brusthaar ausbreiten. Man kann Filzläuse relativ einfach mit speziellen Shampoos oder Cremes abgetötet werden. Getragene Kleidung und Bettwäsche muss gründlich gewaschen oder desinfiziert werden. Familienmitglieder und (Sexual-)Partner*innen müssen ebenfalls behandelt werden, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.

Anzeichen für Filzläuse:

  • Jucken und Rötungen der Haut
  • Gegebenenfalls Schwellung der Haut (grau, schorfig)
  • Filzläuse kann man mit dem bloßen Auge sehen