virushivAllgemeine Voraussetzungen für den HIV-Test
Der Test auf das humane Immunschwäche-Virus HIV kann grundsätzlich nur dann Sinn machen, wenn in der Vergangenheit tatsächlich ein Infektionsrisiko bestanden hat. Ungeschützter Anal- oder Vaginalverkehr, Mundkontakt mit Sperma und das Benutzen von nicht sterilem Spritzbesteck beim Fixen sind die wesentlichen Infektionsrisiken.

Wer überhaupt keine realen Risiken eingegangen ist und sich trotzdem – vielleicht sogar immer wieder – testen lassen will, sollte sich fragen, ob hinter dem Testwunsch nicht vielleicht ein psychischer Konflikt steht und ob dieser Konflikt wirklich durch den Test gelöst werden kann (siehe: der HIV-Test bei Überängstlichen).

In Deutschland darf niemand zu einem HIV-Test gezwungen werden. Nur mit ausdrücklicher Einwilligung ist die Durchführung des Tests legal. Die in manchen Krankenhäusern leider vorherrschende Praxis, Patientinnen und Patienten zum Test zu drängen ist genauso wenig erlaubt wie das heimliche Testen von Blutproben.

Falls durch den HIV-Test eine Infektion mit dem Erreger festgestellt wird, führt das trotz der zweifellos verbesserten Therapiemöglichkeiten fast immer zu massiven Veränderungen in der Befindlichkeit und der Lebensplanung. Es ist deshalb dringend anzuraten, den HIV-Test im Zusammenhang mit einer kompetenten Beratung durchführen zu lassen.

Die Frage „was wäre, wenn ich ein HIV-positives Ergebnis bekäme?" löst verständlicherweise bei vielen große Unruhe und Angst aus. Viele Testwillige möchten sich daher im Grunde nur die Hoffnung, HIV-negativ zu sein, bestätigen lassen.

Wer allerdings realistisch betrachtet eine Infektion nicht ausschließen kann, sollte zumindest in einem gewissen Maße auf den Fall der Fälle vorbereitet sein. Dazu gehört vor allem die Auseinandersetzung mit der Frage, welches der erste Schritt nach Bekanntgabe eines HIV-positiven Testergebnisses sein soll. Gibt es einen nahestehenden Menschen, an den man sich direkt wenden kann? Ist die Adresse oder Telefonnummer einer Aids-Beratungsstelle bekannt, die kurzfristig zur Verfügung steht?

Eine Beschäftigung mit solchen Fragen ist sicherlich äußerst unangenehm. Die Erfahrung zeigt aber, dass diejenigen, die für sich im Vorhinein Antworten gefunden haben, in dem Gefühls- und Gedankenchaos, das die Mitteilung eines HIV-Befunds auslösen kann, schneller eine erste Orientierung finden.

Wer sich in Münster testen lassen möchte, sollte sich an das Gesundheitsamt im Stühmerweg 8 wenden. HIV-Antikörper-Tests werden dort kostenlos und anonym angeboten. Unter 0251/492-5331 oder per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. können Termine vereinbart werden.